BBT-Meldungen aus Nord und Süd widersprechen sich
Okt 9th, 2009 | By Redaktion | Category: BBT, Verkehrspolitik / politiche dei trasportiDas kann man heute in Sachen Probestollen und BBT auf TT-online lesen:

Verträge fehlen, Bau des Basistunnels verschoben
Der für Mitte Oktober geplante Spatenstich für den Probestollen auf Nordtiroler Seite im Innsbrucker Ahrental musste erneut verschoben werden.
Von Peter Nindler
Innsbruck – Während die Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE startbereit ist, kommen aus Wien und Rom Hiobsbotschaften. Der für Mitte Oktober geplante Spatenstich für den Brennerbasistunnel muss nämlich erneut verschoben werden. Doch BBT-SE-Vorstand Konrad Bergmeister ist optimistisch, dass es dann Ende November so weit ist. „Bei uns läuft alles auf Schiene, wir könnten loslegen“, betont Bergmeister. Doch es fehlen einmal mehr die Verträge.
Noch Ende Juli hat Infrastrukturministerin Doris Bures erklärt, dass das Startsignal für die Realisierung voraussichtlich im Herbst jeweils mit einem Regierungsbeschluss gemäß dem Staatsvertrag zwischen Österreich und Italien erfolgen wird. Erst danach kann der Errichtungsgesellschaft BBT SE der konkrete Projektauftrag zur Errichtung des Brennerbasistunnels erteilt werden.
Baubeginn Ende November?
Doch noch gibt es die Beschlüsse nicht, frühestens Mitte November sollen sie unterzeichnet werden. Dann könnten Ende November die Bagger auffahren. Doch auch dieser Zeitplan wackelt, zumal hinsichtlich der Finanzierung des 9,7 Milliarden Euro teuren Tunnels die Vorstellungen zwischen der Bundesregierung und Tirol meilenweit auseinanderklaffen: um 350 Millionen Euro.
Streit um 350 Millionen
Eine Annäherung in diesem Tauziehen gibt es noch nicht, damit scheint der Anschlag für den Probestollen möglicherweise erst 2010 Realität werden. Damit hinkt vor allem Österreich dem Zeitplan hinterher, in Südtirol wird der Probestollen bereits zwischen Aicha und Mauls gebaut. Bis 2022 soll der 55 Kilometer lange Tunnel von Innsbruck bis Franzensfeste fertig gestellt sein. Die Bauzeit wird auf zehn bis zwölf Jahre geschätzt.
STOL veröffentlicht lieber ungeprüft die Jubelmeldungen der BBT-Propagandastelle
Lokal
Brennerbasistunnel: Arbeiten zu Nordtiroler Probestollen starten nächste Woche
Die Arbeiten in Nordtirol für den Probestollen des 55 Kilometer langen Brennerbasistunnels zwischen Innsbruck und Franzensfeste werden aller Voraussicht nach planmäßig nächsten Donnerstag (15. Oktober) starten.
Ende September habe es einen entsprechenden Aufsichtsratsbeschluss der Errichtungsgesellschaft BBT SE gegeben, hieß es aus dem Büro der österreichischen Infrastrukturministerin Doris Bures am Freitag.
Jetzt müsse lediglich die zweiwöchige Einspruchsfrist abgewartet werden. Dass aber tatsächlichen ein derartiger Einspruch folge, sei „unwahrscheinlich”. Im Büro der Ministerin gab man sich zuversichtlich, dass „in diesem Jahr noch Sprengungen folgen” werden.
Die Finanzierung des Tunnels und der Zulaufstrecken wurde am Freitag von den Nordtiroler Oppositionsparteien erneut kritisiert. Das Tiroler Bürgerforum (Liste Fritz) als stärkste Oppositionspartei ortete „null Spielraum” für das Land die vom Bund zuletzt geforderten 350 Millionen Euro für das „Tunnel-Phantom” zuzuschießen.
Die Grünen kritisierten ebenfalls, dass das Land „nach 70 Millionen Euro für die Planung weitere 350 Millionen Euro für den Bau” zuschießen solle. „Wo dieses Geld herkommen soll, ist nach wie vor völlig ungeklärt”, betonte der grüne Klubobmann Georg Willi.
Bei dem bis dato letzten Treffen zwischen dem Land Nordtirol, dem österreichischen Infrastruktur- sowie Finanzministerium bezüglich Finanzierung sei keine Einigung erzielt worden. Nach Ansicht des Ministeriums sei jetzt das Land Nordtirol am Zug. „Bei der Verhandlung ist vereinbart worden, dass Nordtirol einen Vorschlag machen wird”, erklärte ein Sprecher des Infrastrukturministeriums.
Auf Südtiroler Seite wurde bereits mit dem Arbeiten zu einem Probestollen begonnen. Bis 2022 soll der 55 Kilometer lange Tunnel fertiggestellt sein. Planung und Realisierung des Brennerbasistunnels sowie der Vorbereitungsarbeiten für den Tunnel werden von der BBT SE durchgeführt, der europäischen Gesellschaft, an der Italien durch Tunnel Ferroviario del Brennero zu 50 Prozent, Österreich und das Land Nordtirol zu je 25 Prozent beteiligt sind.






Ohne Räder und mit Wasserkraft durch die Alpen hindurch ist das Konzept des Tirol-Adria-Projektes, einer überfälligen europäischen Antwort auf den Klimawandel !
Europa sollte den Alpen Basistunnel nicht für eine weitere Bahnlinie, sondern für die Schiffspassage Donau-Tirol-Adria verwirklichen und die Flüsse als natürlichen Gegebenheiten dazu nutzen.
Mit dem AlpenKanalTunnel würde die Verbindung der Flüsse Inn und Etsch hergestellt.
Das Tirol-Adria-Projekt ist ein sehr innovatives Vorhaben, das zeigt:
a) wie die Wasserkraft der Alpen zur Bewältigung des Güterverkehrs auf der Brennerachse beitragen könnte;
b) wie Passau an der Donau zum Wasserstraßenkreuz Europas würde;
c) wie Bayern und Tirol von einer Wasserstraße durchzogen und dabei die Alpen unterquert würden;
d) und schließlich wie durch den Donau-Oder-Kanal eine durchgehende Wasserstraße von der Ostsee zur Adria hergestellt würde!
Der Suezkanal erspart die Umfahrung Afrikas und der AlpenKanalTunnel öffnet den direkten Weg nach Europa. Für die Umfahrung Europas braucht das Schiff 7-8 Tage.
Ich habe das Tirol-Adria-Projekt mit der Wasserstraße entworfen und habe es bereits im Februar 2007 u. a. an die Länder Südtirol und Tirol, das Bundeskanzleramt in Wien und an die Europäische Kommission herangetragen, um Ihre Aufmerksamkeit auf dieses Projekt zu lenken. Ich gebe zu Bedenken, dass es bei der Einstufung der Bahnlinie Berlin-Palermo mit BBT als vorrangiges TEN-T- EU-Vorhaben diese Projektidee noch nicht gegeben hat und diese deshalb dabei auch nicht in Erwägung gezogen werden konnte.
Auf den Flüssen Etsch und Inn wurde bis zur Eisenbahnära der Güterverkehr abgewickelt. Die heute verfügbare Technik ermöglicht die Untertunnelung der Alpen (siehe BBT!) und die Verbindung dieser Flüsse durch den so genannten AlpenKanalTunnel. Von Passau an der Donau führt diese neue Wasserstraße nach Süden zum Gardasee und zum Adriatischen Meer. Eine europaweite Verlagerung des Güterverkehrs auf das umweltschonende Binnenschiff wird unsere Verkehrs- und Umweltprobleme nachhaltiger lösen, als eine weitere Bahnlinie mit dem Brenner-Basis-Tunnel und Zulaufstrecken.
Dieses Projekt wäre gerade jetzt wegen der möglichen Eigenfinanzierung u. a. auch über die Nutzung der Wasserkraft eine europäische Antwort auf die Fehlentwicklung im Güterverkehr. Daher habe ich zuständige Ministerien in den drei betroffenen Staaten und die EU ersucht, das Tirol-Adria Projekt aufzugreifen noch bevor endgültig über den Brenner-Basis-Tunnel entschieden wird.
Auch der schwerwiegende Umstand, dass für den BBT noch Zulaufstrecken durch das Inn- und Etschtal erforderlich sind, sollte die Länder Bayern, Tirol, Südtirol und Trentino überzeugen, so nahe am Gotthardtunnel (220 km) keinen weiteren Bahntunnel zu bauen.
In diesem Zusammenhang darf auch auf den enormen Ressourcenverbrauch für die Einrichtung des Bahntunnels verwiesen werden, z. B. für den gleich langen Gotthard Basis-Tunnel:
190.000 Betonschwellen, 228 km Schienen = 14.000 Tonnen Stahl, 2800 km Kabel. Die Einrichtungsarbeiten können jetzt beginnen und dauern voraussichtlich 8 Jahre.
Die Schiffe hingegen benötigen nur Wasser, auf welchem sie durch den Kanaltunnel hindurch getragen werden!
„ Für die Zukunft bauen
Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e. V. (BÖB) plädiert für mehr Investitionen in Verkehrsinfrastruktur, die das System Wasserstraße stärken.“ Bessere Voraussetzungen für die Binnenschifffahrt stärken den Wirtschaftsstandort Europa. Die umfassenden Vorteile einer Wasserstraße sollten dieser neuen Projektidee zum Durchbruch verhelfen.
Die Alpen haben den Gütertransport auf Rad und Achse gebracht.
Der AlpenKanalTunnel könnte nun den Güter- und Personenverkehr in Europa revolutionieren.
Der AlpenKanalTunnel bietet auch die Möglichkeit zur Realisierung der ersten Magnetschwebebahn – Transrapid - in Europa für die Strecke München –Verona. Die Fahrbahn muss im Kanalgewölbe verlaufen und somit ergibt sich zwangsläufig eine hängende Fahrweise der Magnetbahn auch im freien Gelände, hier jedoch aufgestelzt oberhalb von Straßen, Bahnen und Gewässern. (Wuppertal)
BBT oder AlpenKanalTunnel - unterirdisch auch noch durch Südtirol oder mit dem Schiff auf der Etsch und der MSB ab Bozen durch das „Schaufenster Südtirol“ schweben, das ist die entscheidende Frage.
Und die gleiche Frage stellt sich natürlich auch für Bayern und Tirol.
Soll die Schweiz den „Swissrapide Express“ Bern-Zürich oder Europa das „Tirol-Adria-Projekt“ mit der Wasserstraße Donau-Tirol-Adria und den Transrapid München-Verona verwirklichen und somit das Problem Brenner Transit aus der Welt schaffen ?
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und ersuche Sie, diese nachhaltige Projektidee aufzugreifen.
Das Projekt ist im Internet unter http://www.tirol-adria.com veröffentlicht und der Appell und andere Unterlagen können unter Einleitung und Presse herunter geladen werden.“