Luxus in Überfluss
Jan 4th, 2010 | By Sepp | Category: Economia / Wirtschaft, SEPP BLOG, SEPP direkt / Sepp ti scrive, Sepp Mix, Soziales / politiche sociali, Umwelt/Ambiente
(04.01.10) Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, der Emir von Dubai, „weiht“ heute das höchste Gebäude der Welt ein. Erst heute will er bekannt geben, wie hoch dieses Rekord-Gebäude überhaupt ist. Natürlich kann jeder im Internet schon seit Monaten nachlesen, dass dieser „Bury Dubai“ genannte Turm exakt 824,55 Meter hoch ist, 101 Meter höher als der „Taipei“, das inzwischen zweithöchste Gebäude der Welt.
Dieses Gebäude ist ein Symbol für eine Philosophie, die vorgaukelt, dass „immer höher - immer schneller - immer weiter“ sinnvoll sei.
In der weltweiten Krise, die zum Glück auch in Dubai zu spüren ist, ist ein solches Protzgebäude ein weiterer Beweis des skrupellosen „Imperiums der Schande“. Diese Wachstumsphilosophie in Dubai mit schrankenlosem Luxus in Überfluss ist ein Skandal angesichts der argen Not, die in wenigen hunderten Kilometern Entfernung herrscht. Heute gibt es nichts „einzuweihen“ und nichts zu feiern, gleich es wie ein Frevel war, auf der sinkenden Titanic weiter zu tanzen und weiter zu feiern…
Ökologisch und ethisch gesehen sollte heute dieser tödliche Fortschritt als Anlass genutzt werden, über die Auswirklungen des Größenwahns nachzudenken. Wer sind die Gewinner und wer sind die Verlierer, wenn beispielsweise eine so verrückte “vertikale Stadt” für 12.000 Bewohner geschaffen wird mit 779 Luxus-Residenzen, mit Edel-Büros und Nobel-Restaurants? Denkt keiner von den vielen reichen Gäste nach, wenn er hier einkehrt, in einem von den „the World’s Most Exquisite Hotels“?
Vielleicht liegt in den Suiten dieses Super-Luxus-Hotels, die pro Nacht bis zu 10.000 Euro kosten sollen, auch eine Bibel auf. Dann könnten die Gäste auch die Geschichte über den Turmbau von Babel lesen: Genesis 11, 1 – 9.





Hallo Sepp, ich war im Februar 2009 in Dubai und hat den Turm gesehen, der noch in Bauphase war. Gigantomanisch kann ich nur sagen. Es grenzt an Hybris, so was in die Landschaft zu stellen. Wohin steuert Dubai, das mittlerweile finanzpolitisch am Boden ist? Wie hoch will es noch hinaus, welche künstliche und unmenschliche Welt schaffen? Wenn ich denke unter welchen Bedingungen die Bauarbeiter dort aus Bangladesh, Pakistan, Indien etc. arbeiten, ohne sozialrechtliche Standards dann ist dieser “zweite Turm von Babel” der totale Frevel!