Green New Deal
Feb 5th, 2010 | By Sepp | Category: Economia / Wirtschaft, Leitartikel/ in primo piano, SEPP BLOG, Umwelt/Ambiente
Die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die drohende Klimakatastrophe machen klar, dass der Kapitalismus ein Irrweg ist. Präsident F. Roosevelt hat in den 1930er Jahren als Antwort auf die damalige Weltwirtschaftskrise mit einem „New Deal“ die Wirtschaft in Amerika wieder angekurbelt. Heute wollen viele Politiker von Obama bis zu den europäischen Grünen mit dem Zauberwort „Green New Deal“ alle Probleme lösen.
Laut Duden heißt Deal „(illegaler) Handel, (unlauteres) Geschäft“. Das entspricht auch meinem Sprachempfinden. Daher kann ich mich mit diesem Wort nicht anfreunden. Das Hauptproblem ist dabei das Dogma, das meines Erachtens dahinter steht, und zwar, dass die Wirtschaft ständig wachsen müsse.
Das Prinzip Kostenwahrheit, eine spürbare Einschränkung des Konsums und eine massive Verteuerung aller Luxus-Güter sind politisch momentan wohl nicht durchsetzbar, während ein Green New Deal mit einem ökologischen Umbau der Industriegesellschaft, d.h. mit technischen Innovationen und Wettbewerbsvorteilen für die bereits reichen Nationen, viel eher Zustimmung findet.
Natürlich bin ich für eine ökologische Wende des Kapitalismus. Ich bin voll einverstanden, wenn man z.B. auf erneuerbare Energien umsteigt, weil somit das Klima geschützt wird, wir von teuren Öl- und Gasimporten unabhängiger werden und die regionale Energiesicherheit verbessert wird. Wenn man aber meint, dass mit einer Wiederankurbelung der Autoindustrie – auch wenn die Fahrzeuge umweltfreundlicher werden – die Probleme gelöst werden könnten, dann ist man auf dem Holzweg. Dann ist alles zusammen wirklich ein Deal, d.h. eine unlautere Sache.
Die Reduzierung des nicht notwendigen Konsums, das Einsparen von Energie und eine einfachere Lebensweise wären die wirksamsten Mittel zur CO2-Reduktion und zur Rettung des Planeten Erde. Allerdings, das ist leider nicht im Sinne jener, die immer noch an ewiges Wachstum glauben.
Notwendig wäre ein radikaler Wandel der Konsumgesellschaft gerade in den reichen Ländern, wo die Hauptschuld für den Klimawandel und für die Ausgrenzung der so genannten Dritten Welt liegt. Der Egoismus der Reichen ist nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch die Ursache für die Gefährdung des Weltfriedens.




